Vom 16. bis 18. Juni 2026 fand in Taschkent das fünfte Tashkent International Investment Forum (TIIF) statt – die Jubiläumsausgabe der wichtigsten Investitionskonferenz des Landes mit rund 4.000 überwiegend internationalen Teilnehmern. GTC People & Business Solutions war vor Ort, verfolgte die Eröffnungsrede von Präsident Shavkat Mirziyoyev und führte zahlreiche Gespräche mit Unternehmen, Investoren und Institutionen.
Eine Bilanz in Zahlen
Nach Angaben des Präsidenten hat Usbekistan seit Beginn der Reformen mehr als 150 Milliarden US-Dollar an ausländischen Investitionen angezogen, davon 123 Milliarden in den vergangenen fünf Jahren. Allein 2025 waren es rund 43 Milliarden US-Dollar. Die Wirtschaft wuchs 2025 um 7,7 Prozent; für 2026 wird ein Bruttoinlandsprodukt von mehr als 180 Milliarden US-Dollar erwartet. S&P und Fitch haben das Länderrating auf „BB“ angehoben.
Neues internationales Finanzzentrum
Im Mittelpunkt der Rede stand das Tashkent International Financial Centre (TIFC). Es soll Investoren einen eigenen Rechts- und Steuerrahmen bieten:
- 0 % Körperschaft-, Mehrwert-, Grund- und Zollsteuer
- garantierter freier Kapitalverkehr und Transaktionen in jeder Fremdwährung
- eine unabhängige Finanzaufsicht
- Garantie des Sonderregimes zunächst für 50 Jahre
Hinzu kommen Privatisierungen im Wert von rund 6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 sowie die geplante Ausgabe staatlicher Sukuk-Anleihen.
Rohstoffe, Energie und Künstliche Intelligenz
Die Bodenschätze des Landes werden auf rund 3 Billionen US-Dollar geschätzt. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung soll auf 54 Prozent steigen. In Karakalpakstan entsteht eine Sonderzone für Künstliche Intelligenz und Rechenzentren mit Steuerbefreiungen bis 2040 und vergünstigten Stromtarifen.
Infrastruktur, Städte und Tourismus
Ein neuer internationaler Flughafen in Taschkent ist auf 20 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. Parallel treibt Usbekistan Verkehrskorridore wie die Bahnstrecke China–Kirgisistan–Usbekistan und den Mittleren Korridor voran. Mit „New Tashkent“ entsteht ein neuer Stadtteil, der Wohnungsbau soll stark wachsen. Die Zahl ausländischer Touristen stieg in den ersten fünf Monaten 2026 um 27 Prozent; die Agrarexporte sollen auf rund 10 Milliarden US-Dollar steigen.
Eindrücke vor Ort
- Industrie in Umsetzung: Die vorgestellte Projektpipeline reicht von Titandioxid über integrierte Raffinerien bis zu Ammoniak- und Harnstoffwerken – verteilt auf alle Regionen, mit Zeithorizont bis 2032.
- Internationale Unternehmen sind bereits da: Hyundai, BYD, KIA, Coca-Cola, Wehrhahn und Gamma Meccanica wurden als Beispiele erfolgreicher Markteintritte präsentiert.
- Institutionen statt nur Fabriken: Panels mit Vertretern von Rothschild & Co, McKinsey und der EBRD widmeten sich der Zukunft der Unternehmensführung.
- Hochrangige Gäste: Zu den Teilnehmenden gehörte Dilma Rousseff, ehemalige Präsidentin Brasiliens und Präsidentin der New Development Bank der BRICS-Staaten.
Was das für deutsche Unternehmen bedeutet
Das Forum hat bestätigt, was GTC People & Business Solutions im Alltag beobachtet: Die Nachfrage nach strukturierter, verlässlicher Begleitung zwischen Deutschland und Usbekistan wächst – auf beiden Seiten. Mit neuen Rahmenbedingungen, einem eigenen Finanzzentrum und großen Investitionsprogrammen öffnet sich für deutsche Mittelständler ein Zeitfenster, Kontakte aufzubauen und Partner zu finden, bevor sich die Märkte festigen.
GTC People & Business Solutions begleitet Unternehmen dabei – vom Markteintritt und der Partnersuche über die Koordination rechtlicher Fragen mit Fachpartnern bis zur Gewinnung von Fachkräften.
„Die Türen des Neuen Usbekistans werden ausländischen Investoren, die mit Vertrauen und Ideen in unser Land kommen, immer offen stehen.“ – Präsident Shavkat Mirziyoyev
